Ökologie

Nach einer inten­si­ven Vor­be­rei­tungs­zeit erfah­ren die Besu­che­rIn­nen des Bau­ern­gar­tens im Tier­park Hel­la­brunn im „Müh­len­dorf“ des neu­en Euro­pa­teils seit der Eröffnung 
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Zwei Personen, Feld, grün, Rücken zugewandt
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Bauerngarten

Nach einer inten­si­ven Vor­be­rei­tungs­zeit erfah­ren die Besu­che­rIn­nen des Bau­ern­gar­tens im Tier­park Hel­la­brunn im „Müh­len­dorf“ des neu­en Euro­pa­teils seit der Eröff­nung am 27.07.2018 alles zu regio­na­len und sai­so­na­len Gemü­se- und Kräu­ter­sor­ten ein­schließ­lich Anbau­mög­lich­kei­ten. Wei­ter­füh­rend erklä­ren mitt­woch, sams­tags und sonn­tags 12 – 15 Uhr ehren­amt­li­che Arten­schutz­bot­schaf­ter, was es mit öko­lo­gi­scher im Ver­gleich zu kon­ven­tio­nel­ler Anbau­wei­se auf sich hat, und gehen ver­tie­fend auf Fra­gen der Besu­che­rIn­nen ein. Kin­der kön­nen im Bau­ern­gar­ten beim Gie­ßen der Pflan­zen hel­fen (was sehr popu­lär ist). Erwach­se­ne wie Kin­der erfreu­en sich an dem schö­nen Bau­ern­gar­ten und bekom­men gleich­zei­tig in ange­neh­mer Atmo­sphä­re Wis­sen ver­mit­telt. So wird erklärt was die Ernäh­rung in Mün­chen mit der Erhal­tung der Bio­di­ver­si­tät in aller Welt zu tun hat (Zitat frei nach Rasem Bab­an, Direk­tor des Tier­parks Hel­la­brunn) So ist der Bau­ergar­ten zu einer belieb­ten Attrak­ti­on im Tier­park Hel­la­brunn gewor­den, die auch nach Pro­jekt­lauf­zeit­ende Bestand haben wird.

Der Ver­ein hat damit die Gele­gen­heit, sei­ne gesell­schafts­po­li­ti­schen und öko­lo­gi­schen The­men einem brei­ten Publi­kum zu prä­sen­tie­ren; der Tier­park hat immer­hin 2 Mil­lio­nen Besu­cher pro Jahr. Auf die­ser Büh­ne geht es dem Ver­ein in ers­ter Linie um Bil­dungs­ar­beit über die gro­ße Bedeu­tung der Bio­di­ver­si­tät für uns Men­schen. Ziel ist es, ein Bewusst­sein dar­über zu schaf­fen, wie wich­tig der Erhalt und die Pfle­ge der Arten­viel­falt von Nutz­pflan­zen und Saat­gut (hybrid vs. Samen­fest) ohne die Ver­wen­dung von Gen­tech­nik und Pes­ti­zi­den für eine gesun­de Ernäh­rung ist.

Naturschutzkonzept

Im Rah­men einer Bache­lor­ar­beit wur­de von Jani­ne Jour­dan und Jona­than Ger­lach in Koope­ra­ti­on mit dem Kar­tof­fel­kom­bi­nat e. V. und der Kar­tof­fel­kom­bi­nat e. G. ein indi­vi­du­el­les, betrieb­li­ches Natur­schutz­kon­zept für die Flä­chen des Kar­tof­fel­kom­bi­nat-Gemü­se­bau­be­triebs erar­bei­tet. Dabei wur­de die Betriebs­flä­che auf ihren öko­lo­gi­schen Wert unter­sucht und her­aus­ge­ar­bei­tet, in wel­chen Berei­chen bereits gute Vor­aus­set­zun­gen für Flo­ra und Fau­na herr­schen bzw. wo Pfle­ge­maß­nah­men oder Ver­bes­se­rungs­mög­lich­kei­ten für eine natur­freund­li­che Bewirt­schaf­tung bestehen. Das Kar­tof­fel­kom­bi­nat erzielt hier vor allem bei der Aus­stat­tung mit Land­schafts­ele­men­ten und exten­si­ver Flä­che gute Ergeb­nis­se. Aus den Erkennt­nis­sen der Unter­su­chung wur­de ein Kata­log mit 24 Maß­nah­men erstellt, der als Leit­fa­den für die Inte­gra­ti­on von Natur­schutz in den Gemü­se­bau­be­trieb die­nen soll. Durch eine Befra­gung der Genos­sen­schafts­mit­glie­der wur­de zudem fest­ge­stellt, dass ein hohes Maß an Bereit­schaft vor­han­den ist, Maß­nah­men des Natur­schut­zes und der Land­schafts­pfle­ge finan­zi­ell mit­zu­tra­gen und aktiv zu unterstützen. 

Das gesam­te Doku­ment mit Unter­su­chungs­er­geb­nis­sen und Maß­nah­men­ka­ta­log könnt ihr hier einsehen:

Partizipation und Ehrenamt

Ohne die Mit­ar­beit von Ehren­amt­li­chen und Frei­wil­li­gen wür­de es sowohl die Genos­sen­schaft wie auch den Ver­ein in sei­ner heu­ti­gen Form nicht geben. Erst durch das frei­wil­li­ge Enga­ge­ment sei­ner Mit­glie­der beginnt das KK wirk­lich zu blü­hen. Seit sei­ner Grün­dung ver­steht sich das Kar­tof­fel­kom­bi­nat als Platt­form für das Erkun­den neu­er Mög­lich­keits­räu­me. Über den Ver­ein koor­di­nie­ren sich ver­schie­de­ne the­ma­tisch aus­ge­rich­te­te Arbeits­grup­pen (AGs), die die Zie­le der Genos­sen­schaft und des Ver­eins unter­stüt­zen. Hier zwei Bei­spie­le dafür:

AG Ener­gie

Der Auf­trag der AG Ener­gie ist es u. a., die Genos­sen­schaft beim Bau ihrer neu­en Hal­le zu unter­stüt­zen und sie zu The­men wie nach­hal­ti­ge Ener­gie­er­zeu­gung und ‑spei­che­rung sowie res­sour­cen­scho­nen­den Ener­gie­ver­brauch im Gemü­se­bau­be­trieb zu beraten.

AG Mobi­li­tät

Die Mit­glie­der der AG Mobi­li­tät beschäf­ti­gen sich u. a. mit den Poten­tia­len eines nach­hal­ti­gen Logis­tik­kon­zep­tes – etwa dem mög­li­chen Ein­satz von Elek­tro­mo­bi­li­tät und Las­ten­fahr­rä­dern – sowie sei­ner Inte­gra­ti­on in ein betrieb­li­ches Öko-Gesamtenergiekonzepts. 

Der Turmfalke

Neben dem ner­vi­gen Erd­floh und gefrä­ßi­gen Wühl­mäu­sen gibt es vie­le span­nen­de Tie­re auf der Gärt­ne­rei des Kar­tof­fel­kom­bi­nat, die einen gro­ßen Nut­zen für uns haben und ein schö­nes Zei­chen für ein intak­tes Öko­sys­tem sind. In unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den wer­den wir Euch von die­sen Tie­ren erzählen.

Den Auf­takt macht unser Turm­fal­ken­pär­chen, das sich auf unse­rem Betrieb wohl sehr hei­misch fühlt. Das Männ­chen erkennt Ihr deut­lich an sei­nem grau­en Kopf, wohin­ge­gen das Weib­chen ein­heit­lich rot­braun gefärbt ist. Bei­de haben ein typisch schwarz gespren­kel­tes Gefie­der, sind etwa 36 cm lang und haben eine Flü­gel­spann­wei­te von 75 cm.
Turm­fal­ken blei­ben ein Leben lang zusam­men und wer­den um die 15 Jah­re alt. Die Bezeich­nung „Turm­fal­ke“ rührt von sei­ner Vor­lie­be, an Kirch- oder Fabrik­tür­men zu brü­ten und somit nah an den Sied­lungs­ge­bie­ten der Men­schen zu hau­sen. Er ist eben­falls unter dem Namen „Rüt­tel­fal­ke“ bekannt, da er häu­fig in sei­nem „ste­hen­den Flug“, dem sog. Rüt­tel­flug in 10 – 20 m über Wie­sen und Fel­dern auf der Suche nach Beu­te beob­ach­tet wer­den kann. Hat der Turm­fal­ke Beu­te gesich­tet, geht er im Sturz­flug nie­der – dabei ist er zwar schnell, aber immer noch wesent­lich lang­sa­mer als zum Bei­spiel sein Ver­wand­ter, der Wan­der­fal­ke – der schnells­te Vogel im Sturzflug.

Im Win­ter sind Fal­ken häu­fig auf Ansitz­stan­gen zu beob­ach­ten, denn die Jagd­me­tho­de des beque­men Aus­schau­hal­tens aus hoher Posi­ti­on ver­braucht weni­ger Ener­gie als der Rüt­tel­flug. Und Ener­gie benö­tigt der Turm­fal­ke vor allem für die Jagd. Ein Turm­fal­ken­paar ver­putzt zwei bis drei Mäu­se täg­lich und mit hung­ri­gen Jun­gen im Nest wer­den bis zu acht Mäu­se – meist Wühl­mäu­se – pro Tag erlegt. In schlech­ten „Mäu­se­jah­ren“, wäh­rend der kal­ten Jah­res­zeit oder als uner­fah­re­ner Jung­vo­gel fal­len dem Turm­fal­ken ger­ne auch klei­ne­re Sing­vö­gel, Eidech­sen, Käfer und sogar Regen­wür­mer zum Opfer.
Der Bestand an Turm­fal­ken war in den 1960er bis in die 1980er Jah­re mas­siv ein­ge­bro­chen – Schuld waren inten­siv bewirt­schaf­te­te und aus­ge­räum­te Kul­tur­land­schaf­ten und der Ein­satz von Pes­ti­zi­den, die sich beson­ders auf die Tie­re am Ende der Nah­rungs­ket­te nega­tiv aus­wirk­ten. In Deutsch­land leben heu­te ca. 50.000 der ins­ge­samt 90.000 Brut­paa­re Mit­tel­eu­ro­pas. Deutsch­land hat also eine beson­de­re Ver­ant­wor­tung für den Erhalt des Turm­fal­ken, wes­halb wir uns sehr über unser Pär­chen in Spiel­berg freu­en.
Für die kom­men­de Brut­sai­son steht den frisch Ver­lieb­ten an unse­rem nörd­li­chen Kamin ein Nist­kas­ten zur Ver­fü­gung. Mal schau­en, ob sie die­sen anneh­men. Dem Turm sieht man durch die vie­len Hin­ter­las­sen­schaf­ten in Form von wei­ßen Kleck­sen jeden­falls an, dass er ger­ne als Rast­platz und für die Ansitz­jagd genutzt wird 😉 Am Fuße des Turms fin­det sich immer wie­der mal Gewöl­le – so nennt man die Spei­bal­len von Greif­vö­geln, in denen sie unver­dau­tes Fell und Kno­chen hervorwürgen.

Ob es eine Brut gibt, dürf­te Mit­te April klar wer­den, wenn nach 30 Tagen drei bis sechs Jun­ge schlüp­fen. Wir sind gespannt und wer­den berich­ten. Jun­ge Turm­fal­ken sind sehr ver­spielt und neu­gie­rig. Sie toben her­um wie klei­ne Kin­der, üben den Sturz­flug mit am Boden lie­gen­den Stei­nen und ruhen sich gemein­sam kuschelnd am Brut­platz aus, wo sie lei­den­schaft­lich mit­ein­an­der schnäbeln.

Wach gezwitschert – Tiere in unserer Gärtnerei

Basie­rend auf dem Kar­tof­fel­kom­bi­nat-Natur­schutz­kon­zept, das Ende 2019 in unse­rer Kar­tof­fel­aka­de­mie prä­sen­tiert wur­de, haben wir die Ärmel hoch­ge­krem­pelt und ein gro­ßes Auf­takt­tref­fen für unse­re Natur­schutz AG geplant. Doch dann kam alles anders …
… aber auch die Coro­na­kri­se wird irgend­wann vor­bei sein und dann wer­den wir unse­re Natur­schutz­be­stre­bun­gen auf unse­rem Hof gemein­sam wie­der auf­neh­men kön­nen, um die Arten­viel­falt und Schutz­räu­me für unse­re „Untermieter*innen“ zu bewah­ren. Denn was da so kreucht und fleucht, fliegt und kriecht, bud­delt und singt in unse­rem gemein­sa­men Betrieb, ist ganz erstaun­lich. Hier kommt die nächs­te Vor­stel­lung von zwit­schern­den Zeitgenoss*innen – den Haus­rot­schwän­zen aus Spiel­berg:
Frü­her leb­te der Haus­rot­schwanz im Gebir­ge, jedoch schon vor Jahr­hun­der­ten folg­te er dem Men­schen in die Sied­lun­gen und lebt heu­te oft­mals mit­ten unter uns. Mit 14 cm ist er in etwa so groß wie ein Sper­ling oder Rot­kehl­chen. Das Männ­chen ist ruß­schwarz bis schie­fer­grau, wohin­ge­gen das Weib­chen freund­li­che­re Beige- und Braun­tö­ne „trägt“. Der rost­ro­te Schwanz ist bei bei­den das deut­lichs­te Erkennungszeichen.

Wie die meis­ten Vögel brü­ten auch Haus­rot­schwän­ze zwei­mal im Som­mer für ca. 14 Tage. Dabei legen sie fünf bis sechs Eier und zie­hen Ihre Jun­gen ca. 17 Tage im Nest auf. Ihr Nest bau­en die klei­nen Sänger*innen in Nischen oder Halb­höh­len aus Hal­men, Wur­zeln, Moos und stel­len die Innen­ver­klei­dung aus Haa­ren und wei­chen Federn her. In der Gärt­ne­rei gibt dafür vie­le gut geeig­ne­te Ver­ste­cke, so zum Bei­spiel auf den Bal­ken­vor­sprün­gen am Haupt­ge­bäu­de oder auf der Schie­ne vom hin­te­ren Roll­tor der Pack­hal­le. Das wird der­zeit kaum genutzt, und schwupps hat sich ganz aktu­ell dort bereits ein Pär­chen zur Brut niedergelassen. 



Beim Nest­bau sind Haus­rot­schwän­ze sehr prag­ma­tisch und fle­xi­bel. In der Lite­ra­tur gibt es zahl­rei­che Berich­te über außer­ge­wöhn­lichs­te Brut­stel­len, wie z.B. Rad­käs­ten von Bau­stel­len­fahr­zeu­gen oder auf lau­fen­den Gene­ra­to­ren. Sie sind also wah­re Kul­tur­fol­ger, denen Lärm, Stö­run­gen und Gestank des Men­schen wohl, zumin­dest bei der Auf­zucht der Kin­der, nichts aus­ma­chen.
Flie­gen, Schmet­ter­lin­ge, Spin­nen, Rau­pen, Wür­mer und gele­gent­lich Bee­ren ste­hen auf dem Spei­se­plan der Haus­rot­schwän­ze und in unse­rer Gärt­ne­rei sind sie häu­fig in den Gewächs­häu­sern anzu­tref­fen – dort hel­fen sie ordent­lich mit und befrei­en unse­re Toma­ten und Auber­gi­nen im Som­mer von gefrä­ßi­gen Rau­pen und schäd­li­chen Wan­zen.
Wohl füh­len sich die Vögel­chen dort sicher­lich auch dadurch, dass wir als Natur­land­be­trieb kei­ne Insek­ti­zi­de und Pes­ti­zi­de ein­set­zen und so deren Nah­rungs­quel­len erhal­ten blei­ben. Wei­te­re Natur­schutz­maß­nah­men sind in Pla­nung, wie z.B. der Bau von Nist­hil­fen. 

In der Gärt­ne­rei hält uns der Haus­rot­schwanz jeden­falls bei Lau­ne durch sein früh­mor­gend­li­ches Gezwit­scher und die Nütz­lings­ar­beit, die so man­che Auber­gi­ne vor dem gemei­nen Wan­zen­an­griff ret­tet.
Sein Bestand hat übri­gens gegen Ende des 20. Jahr­hun­derts deut­lich zuge­nom­men und gilt inzwi­schen als unge­fähr­det und sta­bil. Doch Fein­de hat er aller­hand: wie z.B. Sper­ber, Kat­zen, Fal­ken und nicht zuletzt den Men­schen bzw. die anhal­ten­den Ver­än­de­run­gen durch den Kli­ma­wan­del und die Abnah­me der Insektenvielfalt.

Limax Maximus!

Hin­ter die­sem Aus­spruch ver­birgt sich kein Zau­ber­spruch, son­dern der Name eines ziem­lich außer­ge­wöhn­li­chen Mit­be­woh­ners der Gärt­ne­rei des Kar­tof­fel­kom­bi­nats in Spiel­berg: der Tigersch­ne­gel.
Eigent­lich woll­ten wir Euch als Nächs­tes die Erd­krö­te vor­stel­len – doch bei der Sala­tern­te ist uns der Tigersch­ne­gel immer wie­der zwi­schen die Fin­ger gekom­men – des­halb aus aktu­el­lem Anlass nun mehr dazu.

Wir prä­sen­tie­ren: Die schöns­ten Schne­gel­bil­der weit und breit. Vie­len Dank für eure Einsendungen.

Aus der Gärtnerei

Der Tigersch­ne­gel sieht aus wie eine sehr gro­ße Nackt­schne­cke im Raub­kat­zen-Look. Doch anders als der Name ver­mu­ten lässt, ist er ganz zahm und zählt zu den Nütz­lin­gen auf unse­rem Acker. Denn Tigersch­ne­gel essen mit Vor­lie­be totes Pflan­zen­ma­te­ri­al, Moos, Flech­ten und Pil­ze. Für einen extra Pro­te­in­kick in sei­ner Ernäh­rung – und Freu­den­sprün­ge beim Gärt­ne­rei­team – sorgt er durch sei­nen Kon­sum von Schne­cken­ei­ern. Somit dezi­miert er kon­ti­nu­ier­lich die gefrä­ßi­gen Wege­schne­cken, die sich sonst über unse­re Salat- und Kohl­köp­fe her­ma­chen. Ein biss­chen Raub­tier steckt auch in einem Tie­gersch­ne­gel, – so ste­hen nicht nur Schne­cken­ei­er, son­dern auch aus­ge­wach­se­ne Schne­cken auf sei­nem Spei­se­plan. Im Inter­net fin­det man eini­ge Vide­os von spek­ta­ku­lä­ren Ver­fol­gungs­jag­den bei Nacht. Naja, so spek­ta­ku­lär wie Schne­cken­jag­den eben sein können.

Aller­dings berich­ten Hobbygärtner*innen resi­gniert, dass er Schne­cken meis­tens nur anknab­bert und dann wie­der zie­hen lässt. Wenn also ange­bis­se­ne Nackt­schne­cken im
Gar­ten zu sich­ten sind, hat sich ver­mut­lich ein Tigersch­ne­gel ange­sie­delt. Ihn selbst sieht man nur sel­ten, da er strikt nacht­ak­tiv ist. Auf sei­ner meist grau­en Haut befin­den sich schwar­ze Fle­cken und Strei­fen. Die­ses Mus­ter hat ihm auch sei­nen Namen ein­ge­bracht. Das latei­ni­sches „Maxi­mus“ lässt es schon ver­mu­ten: Der Tigersch­ne­gel kann eine Län­ge von bis zu 20 cm errei­chen und gehört damit zu den Größ­ten sei­ner Gat­tung.
Lei­der wis­sen vie­le Gärtner*innen nichts von sei­nen nütz­li­chen Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten und bekämp­fen ihn genau wie sei­ne lang­sa­men Ver­wand­ten. Auch Schne­cken­korn unter­schei­det nicht zwi­schen Schne­gel und Schne­cke, ein wei­te­rer Grund also, um spar­sam mit der­ar­ti­gen Mit­teln umzugehen.

Meis­tens kommt der Tigersch­ne­gel von ganz allei­ne in den Gar­ten – vor­aus­ge­setzt Kost und Logies ist gestellt und genü­gend Unter­schlupf­mög­lich­kei­ten gebo­ten. Er bevor­zugt dunk­le und feuch­te Orte, ger­ne rich­tet er sich sein Zuhau­se in Stein- oder Tot­holz­hau­fen ein. Bei uns ist er in den Gewächs­häu­sern gesich­tet wor­den.
Des Wei­te­ren soll es hel­fen, abends geschnit­te­ne Cham­pi­gnons aus­zu­le­gen, um den Tigersch­ne­gel anzu­lo­cken. Sobald er ein­mal ein­ge­zo­gen ist, bleibt er zumeist zur Dau­er­mie­te und ver­mehrt sich flei­ßig. Wie bei fast allen Schne­cken sind alle Tie­re Zwit­ter, d.h. sie besit­zen sowohl männ­li­che als auch weib­li­che Fort­pflan­zungs­or­ga­ne. Zur Paa­rung umschlin­gen sich zwei Schne­gel ganz eng und las­sen sich an einem Schleim­fa­den von einem Ast her­un­ter­fal­len – ganz schön aben­teu­er­lich. Dann legen bei­de Tie­re 100 bis 300 Eier, aus denen dann nach ein paar Wochen die klei­nen wei­ßen Babysch­ne­gel schlüpfen.

Wer Tigersch­ne­gel im eige­nen Gar­ten ansie­deln möch­te, um die Nütz­lings­ar­beit zu för­dern, kann ein­fach mal in der eige­nen Nach­bar­schaft fra­gen, ob jemand ein paar Exem­pla­re zum wei­ter­ge­ben hat…

An alle Kids und Krea­ti­ven – macht mit bei der Tigersch­ne­gel-Mal­ak­ti­on:
„Wie sieht Dein Tigersch­ne­gel aus?“
Wir freu­en uns über krea­ti­ve, bun­te, wit­zi­ge Kunst­wer­ke von Euch. Schickt Eure Bil­der bis zum 24. Mai per E‑Mail direkt an lias@kartoffelkombinat-ev.de – jeder kann mit­ma­chen (kei­ne Alters­gren­ze). Eure Krea­tio­nen wer­den wir im Nach­gang in einer Online-Gale­rie auf unse­rer Web­site präsentieren.

Saisonende in unserem Hellabrunner Bauerngarten

Mit Waldmeisterduft in die Winterruhe …

Hal­lo­ween, oran­ge­leuch­ten­de Kür­bis­zeit eigent­lich. Unse­re Hel­la­brun­ner But­ter­nuts aber, die erfor­dern, wie Ihr im Bild rechts seht, eine sehr spe­zi­el­le Schnitz-Pick-Kunst, die nur die frei umher­flie­gen­den & ‑spa­zie­ren­den Tier­park-Pfau­en beherr­schen. Sie gehö­ren, seit unser Bau­ern­gar­ten sei­ne Pfor­te im „Müh­len­dorf“ der Zoo-Geo­zo­ne Euro­pa des Tier­parks am 27. Juli 2018 zum ers­ten Mal öff­ne­te, (nicht ganz zur unge­teil­ten Freu­de des Kartoffelkombinat‑e.V.-Gartenteams) mit zu den treu­es­ten Gar­ten­be­su­chern. Lieb­lings­kost: Man­gold, Kür­bis, Kohl und Brokkoliherzen.

Über­haupt, das Jahr 2020 hat(te) es in sich …

Dabei begann es, wie ein Gar­ten­jahr begin­nen soll­te: Team­mit­glied Ulrich Mar­tin erar­bei­te­te einen Leit­fa­den für alle Artenschutzbotschafter*innen, im Febru­ar stand die von Maria ins Bild gesetz­te Pla­nung für die Beet­be­pflan­zung und das Team leg­te los: Nach den Erfah­run­gen aus der Sai­son 2019 rea­li­sier­te die Gar­ten-Crew zahl­rei­che gar­ten­tech­ni­sche Ver­bes­se­run­gen: Die Toma­ten erhiel­ten end­lich ihren gewünsch­ten Unter­stand, das Gewächs­haus sei­nen küh­len­den Schutz­an­strich. Als Abwehr­maß­nah­men gegen unge­woll­te Mit­gar­ten­ge­nie­ßer wur­den schar­fe Schne­cken­zäu­ne instal­liert und Pflanz­tun­nel ange­schafft (auch um die Pfau­en dar­an zu hin­dern, in der Gründün­gung ihre Pri­vat­lounge anzu­le­gen …). Dazu kam musi­ka­li­sche Expe­ri­men­tier­freu­de: Wind, der über Fla­schen­öff­nun­gen streift – die­ses Ton­kon­zert lässt dem Ver­neh­men nach noch die hart­nä­ckigs­te Wühl­mä­us die Flucht ergrei­fen. Und so wur­den so man­che geleer­te Fla­sche im Gar­ten ver­bud­delt und regel­mä­ßig von Regen­was­ser entleert.

Auch an tie­ri­schen Mit­hel­fern fehl­te es nicht: Die frei­lau­fen­den Augs­bur­ger Hüh­ner des Tier­parks pick­ten flei­ßig Schne­cken­ei­er und ‑lar­ven aus den Bee­ten (muss­ten etwas spä­ter aller­dings selbst dar­an gehin­dert wer­den, unser sorg­sam aus­ge­brach­tes Saat­gut auf­zu­fut­tern …). Selbst­los dage­gen die benach­bar­ten Mur­nau-Wer­den­fel­ser, mit deren Mist wir unse­ren Kom­post anrei­chern (O‑Ton Gar­ten­team: „Eine etwas stin­ken­de, aber auch lus­ti­ge Arbeit!“): Boka­s­hi-unter­stützt ergab der 2019er Kom­post 2020 eine sehr fei­ne, hoch­wer­ti­ge Erde. Humus­auf­bau statt Bodendegradation!

Alles war zum Sai­son­start bereit, die Gar­ten­pfor­te für Zoobesucher*innen (2 Mil­lio­nen jähr­lich) stand sozu­sa­gen schon offen – da kam Coro­na. Lock­down, Tier­park geschlos­sen. Und geschlos­sen blieb die Gar­ten­pfor­te vor­sichts­hal­ber die gesam­te Sai­son. Dafür gab es inspi­rier­te Gesprä­che über den Gar­ten­zaun hin­weg, auf die­se Wei­se immer mit der gebüh­ren­den Löwin­nen­län­ge Abstand.

Trotz die­ser Ein­schrän­kun­gen waren die Reak­tio­nen der Besu­chen­den auf unser Bau­ern­gar­ten­pro­jekt wie­der durch­weg posi­tiv. Die inter­es­sier­ten Zaun­gäs­te lie­ßen sich das die­ses Jahr wei­ter an Mikro­kli­ma und Stand­ort­be­din­gun­gen ange­pass­te Kon­zept des Gar­tens erklä­ren, die Prin­zi­pi­en von Fruchtwechsel/Fruchtfolge, Schwach‑, Mittel‑, Stark­zeh­rer-Kom­bi­na­tio­nen und war­um die­se nach den Erfah­run­gen von 2018/2019 nicht lupen­rein durch­ge­führt wird, die Vor­tei­le von Gründüngung.

Anste­ckend die gro­ße Lern­lust vom Kita- und Kin­der­gar­ten- bis zum Schul­kind. Vie­le bestaun­ten, wie ein Kohl­ra­bi live aus­sieht und wächst, bestaun­ten die für Bie­nen und Hum­mel anbau­te Kat­zen­min­ze und Pfef­fer­min­ze außer­halb von Tee­beu­teln! Der gro­ße Unbe­kann­te bei den Erwach­se­nen: Man­gold. Gemü­se-High­light auch die­ses Jahr: die Toma­ten. Und als Mit­nehm­sel sehr begehrt: die Samen von Blüh­pflan­zen wie Mexi­ka­ni­scher Son­nen­blu­me, Becher­mal­ve und Stockrose.

Vie­le ver­bin­den den Bau­ern­gar­ten mit einer Erfah­rung des Ver­gan­ge­nen: „Schau mal, wie bei Oma frü­her“. Ein guter Anknüp­fungs­punkt zu Aktua­li­tät und Bri­sanz der in unse­rem Gar­ten ver­han­del­ten The­ma: Schutz unse­rer Lebens­grund­la­gen, Bewah­rung der Arten­viel­falt (war­um wim­melt es hier denn über­all von Insek­ten?), alter Kul­tur­pflan­zen, samen­fes­te Sor­ten, Vor­tei­le des öko­lo­gi­schen Anbaus (das geht ohne Pes­ti­zi­de und Kunst­dün­ger?), enkel­taug­li­che Ernäh­rung (regio­nal, sai­so­nal, fleisch­arm), Ver­mei­dung von Abfall und Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung (Kapu­zi­ner­kres­se­blü­ten und Kohl­ra­bi­blät­ter sind ess­bar?), Kom­ple­xi­tät der bio­lo­gi­schen Sys­te­me, Respekt vor dem Wir­ken der Natur­kräf­te (abneh­men­de Wuchs­stär­ke im Karot­ten-Spi­nat-Beet an der Nord­sei­te ent­spre­chend dem Licht­ein­fall trotz aller mensch­li­cher Aus­gleichs­ak­ti­vi­tät), Ant­wor­ten auf die Kli­ma­kri­se, Res­sour­cen­schutz und Kreislaufwirtschaft.

Alles mit allen Sin­nen erfahr­bar und anschau­lich gemacht am „leben­den“ Objekt Bauerngarten:

Und so beschlie­ße ich das Sai­son­ende mit dem Fazit von 3 Bau­ern­gar­ten-Zaun­gäs­ten am reg­ne­ri­schen 17. Okto­ber 2020: „Schö­nes Projekt!“

Und einem ganz herz­li­chen Dan­ke­schön an unser uner­müd­lich enga­gier­tes Gar­ten­team: Caro­li­ne, Domi­nik, Her­lin­de, Inès, Maria und Ulrich Mar­tin – und an Chris­ti­ne, ohne deren som­mer­li­chen Gieß­ein­satz sich unse­re Gar­ten­oa­se in eine Wüs­ten­land­schaft ver­wan­delt hät­te!

Inga

PS: Dass der Wald­meis­ter den Schat­ten liebt und getrock­net so schön duf­tet – das weiß ich nun dank Her­lin­de! Und seit­her steht hier ein Schäl­chen mit sei­nen Blät­tern bereit, für eine Nase voll Wohl­ge­ruch beim Vorübergehen …

Naturschutzmaßnahmen mit Gruppen planen und durchführen“

Ulri­ke Kolks Bericht von unse­rem Wochen­end­work­shop mit dem Bru­cker Forum e. V. Mit­te Juni

Am gefühlt ers­ten Som­mer­wo­chen­en­de von 12.- – 13.6.2021 war das Semi­nar zur Pla­nung und Durch­füh­rung von Natur­schutz­maß­nah­men – eine Ver­an­stal­tung vom Kar­tof­fel­kom­bi­nat – der Ver­ein e. V. in Koope­ra­ti­on mit dem Bru­cker Forum e. V. – eine wun­der­vol­le Ein­la­dung, sich 2 Tage auf der Gärt­ne­rei der Kar­tof­fel­kom­bi­nat-Genos­sen­schaft auf­zu­hal­ten. Alle 10 Teilnehmer:innen hat­ten die Gele­gen­heit, in sich hin­ein­zu­füh­len, die Natur zu spü­ren und ganz viel neu­es Wis­sen mit­zu­neh­men. Unter der Anlei­tung von Wild­nis­päd­ago­ge und Umwelt­re­fe­rent Gre­gor Bau­mert, der gemein­sam mit der Bio­lo­gin Dr. Ste­pha­nie Hirn das Semi­nar anlei­te­te, wur­de es zu einer wun­der­vol­len Mischung aus Selbst­er­fah­rung, Grup­pen­dy­na­mik und Informationsaufnahme.

Alle Teil­neh­men­den durf­ten zwi­schen­durch selbst klei­ne Sequen­zen zur Auf­lo­cke­rung anlei­ten und dadurch Erfah­run­gen in Grup­pen­lei­tung sam­meln. Jeden Tag wur­den wir allein auf den „Sitz­platz“ geschickt und hat­ten viel Zeit, die­ses eine Plätz­chen auf uns wir­ken zu las­sen, Tie­re und Pflan­zen zu beob­ach­ten und auch die Ver­än­de­run­gen von einem Tag zum ande­ren wahrzunehmen.

Gre­gor hat uns die 5 Schrit­te zu erfolg­rei­chen Natur­schutz­maß­nah­men vor­ge­stellt und anhand prak­ti­scher Bei­spie­le auf der Gärt­ne­rei mit Leben gefüllt.

Unter ande­rem hat­ten wir eine Füh­rung über die Gärt­ne­rei mit dem Schwer­punkt „Apfel­gar­ten“ – allein hier haben wir bereits vie­le Zusam­men­hän­ge zwi­schen dem Gedei­hen unse­rer Äpfel und der dort ansäs­si­gen Pflan­zen- und Tier­welt ken­nen­ler­nen dürfen.

In Klein­grup­pen haben wir uns an eine ers­te Ana­ly­se drei­er Berei­che gemacht:

  • Wir konn­ten dabei fest­stel­len, wie viel Leben und Pflan­zen es auf der Ruderal­flä­che gibt, die auf den ers­ten Blick wie eine mit Agro­tex bespann­te Ödnis wirkt.
  • Die Hecken im Nor­den und im Süden haben wir eben­falls genau­er unter die Lupe genom­men und konn­ten die dor­ti­ge Viel­falt an Bäu­men und Pflan­zen ent­de­cken, aber auch deren unter­schied­li­chen Bewuchs vergleichen.

Das High­light des Work­shops war der Bau von Nist­hil­fen für Nischen­brü­ter wie Rot­schwän­ze und Nes­tern für Schwal­ben und das Zim­mern von Ansitz­stan­gen für die Raubvögel.

Ins­ge­samt war der Work­shop sehr gelun­gen und neben­bei eine per­sön­li­che Berei­che­rung für die Teilnehmer:innen, die am Ende zu einer pro­duk­tiv zusam­men­ar­bei­ten­den Grup­pe zusam­men­ge­wach­sen sind.

Saisonauftakt im Bauerngarten (Hellabrunn)

Vol­ler Vor­freu­de auf die neue Gar­ten­sai­son traf sich Mit­te März das Gärtner*innenteam im Bau­ern­gar­ten im Tier­park Hellabrunn.

Gemein­sam wur­de die Pflanz­pla­nung für die 8 Bee­te fina­li­siert und das dazu­ge­hö­ri­ge Saat­gut ausgetauscht.

Trotz der kal­ten und tro­cke­nen Wit­te­rung sind schon eini­ge Früh­blü­her am Start: Kro­kus­se, Pri­meln und eine Schwert­li­lie (Iris) mit Saharasand.

Nächs­te Woche wird der Kom­post auf den Bee­ten aus­ge­bracht und die Aus­saat u.a. der Radies­chen und Möh­ren kann beginnen.

Mach mit bei der Aktion »Hendlsauerei – the Dark Side of the Wiesn«!

Kar­tof­fel­kom­bi­nat – der Ver­ein e.V. und Kar­tof­fel­kom­bi­nat eG sind Projektpartner*innen der Akti­on »Hendl­saue­rei – the Dark Side of the Wiesn«

Für die Akti­on wer­den vom 02.05. bis 06.05.2022 hel­fen­de Hän­de im Bereich Trans­port, Auf- und Abbau, aber vor allem auch Stand­be­treu­ung gesucht!

Worum geht’s?

Mit der Akti­on »Hendl­saue­rei – the Dark Side of the Wiesn« auf dem Mari­en­platz vom 03.05. bis 05.05.22 macht die Münch­ner Initia­ti­ve Nach­hal­tig­keit (MIN) gemein­sam mit Partner*innen auf die wah­ren Kos­ten der Wiesn und ande­rer Groß­ver­an­stal­tun­gen auf­merk­sam – und gibt den Anstoß für nach­hal­ti­ge Veränderungen.

2019 wur­den auf der Wiesn 510.000 Brat­hendl ver­speist. Die meis­ten kom­men aus indus­tri­el­ler Inten­siv­tier­hal­tung. Bei der Pro­duk­ti­on wur­den außer­dem unglaub­li­che 2.350.000.000 Liter Was­ser ver­braucht und durch prä­ven­tiv ein­ge­setz­te Anti­bio­ti­ka in der Mas­sen­tier­hal­tung ent­wi­ckeln sich anti­bio­ti­ka­re­sis­ten­te Bak­te­ri­en – eine Gefahr für unse­re Nutz­tie­re und uns Men­schen. Wei­te­re öko­lo­gi­sche und sozia­le Ver­säum­nis­se der Wiesn sind hier zusam­men­ge­fasst: “Hendl­saue­rei – the Dark Side of the Wiesn

© Tomas Cas­te­la­zo unter CC BY-SA 3.0, via Wiki­me­dia Commons

(Groß-)Veranstaltungen sol­len wei­ter­hin Fes­te der Lebens­freu­de, der Gast­freund­schaft und des Genus­ses blei­ben. Doch das Pri­vi­leg, sol­che Fei­er­lich­kei­ten aus­rich­ten zu kön­nen, bringt eine Ver­ant­wor­tung mit sich, der sich Mün­chen stel­len muss. Denn bei­des im Ein­klang ist mög­lich: Genuss und Gau­di zum Woh­le aller! – das muss die Zukunft des größ­ten Volks­fest der Welt sein.

Wie läuft es ab?

Auf dem Mari­en­platz erwar­tet Dich und die Besucher*innen eine Kunst­in­stal­la­ti­on rund um die nega­ti­ven Fol­gen unse­res Hendl­kon­sums. Neben der Instal­la­ti­on fin­det außer­dem eine poli­ti­sche Akti­on statt: Im Rah­men eines Früh­schop­pens, zu dem der Stadt­rat, die Bürgermeister*innen und rele­van­te Refe­ra­te ein­ge­la­den wer­den. Dabei über­gibt das Bünd­nis die For­de­rung an die Stadtpolitik.

Was ist zu tun?

Hil­fe wird vor allem im Bereich Stand­be­treu­ung benö­tigt, wobei Du z. B. mit Passant*innen in Kon­takt trittst. Außer­dem wer­den Helfer*innen für den Auf- und Abbau sowohl des Stan­des als auch der Kunst­in­stal­la­ti­on gesucht sowie Men­schen die beim Trans­port unterstützen.

Wie melde ich mich an?

Hast Du Inter­es­se die Durch­füh­rung die­ser Akti­on zu unter­stüt­zen? Dann tra­ge Dich direkt in die Schicht­pla­nung der Akti­on »Hendl­saue­rei« ein oder wen­de Dich bei Fra­gen an hendlsauerei@m‑i-n.net.