Geothermie als Zukunftsenergie

Infos zur Kar­tof­fel­aka­de­mie am 16.2.2023 um 19 Uhr mit Dr. Kai Zos­se­der, Hydro­geo­lo­ge an der TU Mün­chen. Zur Anmel­dung: Kar­tof­fel­aka­de­mie

Zwei bis drei Kilo­me­ter muss man schon in die Erde gra­ben: So tief lie­gen was­ser­füh­ren­de Schich­ten, die vom Erd­in­ne­ren auf­ge­heizt wer­den. Die­ses hei­ße Was­ser kann man zum Hei­zen nut­zen. Man muss es dazu an die Erd­ober­flä­che brin­gen, ein auf­wän­di­ger Pro­zess, doch in der Bun­des­re­pu­blik könn­ten wir damit unse­ren gesam­ten Wär­me­be­darf decken. Welt­weit wür­de die Geo­ther­mie dafür rein rech­ne­risch 100.000 Jah­re rei­chen. Aber nur ein klei­ner Teil der Erd­wär­me ist tech­nisch nutz­bar, und bis­her weiß nie­mand so genau, wie sich eine Mas­sen­nut­zung auf die Erd­krus­te aus­wir­ken würde.

Jeden­falls ist die rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie­quel­le zum Hei­zen, zum Küh­len, zur Erzeu­gung von elek­tri­schem Strom oder in der Kraft-Wär­me­Kopp­lung ein­setz­bar. Sie wird seit der Novel­lie­rung des Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Geset­zes (EEG) 2012 deut­lich höher geför­dert als vor­her. Dadurch kön­nen auch mehr Pri­vat­haus­hal­te in den Genuss der Erd­wär­me kom­men. Doch hier gibt es zahl­rei­che Hin­der­nis­se und noch eini­gen Klärungsbedarf.

Die Wei­chen sind aller­dings gestellt – in Rich­tung Zukunft. “Wär­me­wen­de” ist nur eins der Stich­wor­te, unter denen man hier fün­dig wird und die bun­des­weit zahl­rei­che Akteu­re aufweisen.

Geo­ther­mie­kraft­werk Frei­ham. Quel­le: Stadt­wer­ke München

Auch die Stadt Mün­chen hat seit 2004 schon eine Rei­he Geo­ther­mie­kraft­wer­ke in und um Mün­chen errich­tet: in Riem, Send­ling, Frei­ham, dem­nächst am Michae­li­bad, und auch in Sau­er­lach, Unter­schleiß­heim, Unter­föh­ring, Pul­lach, Grün­wald, etc.

Dazu die Stadt­wer­ke Mün­chen auf www.swm.de:

Die geo­lo­gi­schen Vor­aus­set­zun­gen für die Nut­zung der Geo­ther­mie sind in Mün­chen und der Regi­on aus­ge­zeich­net. Tief unter der Stadt befin­det sich ein rie­si­ger Vor­rat hei­ßen Ther­mal­was­sers. Dar­aus kön­nen wir umwelt­freund­lich Wär­me gewin­nen – und süd­lich von Mün­chen, wo die Tem­pe­ra­tu­ren noch höher sind, sogar noch zusätz­lich Strom.

Über Boh­run­gen wird das hei­ße Was­ser an die Ober­flä­che gepumpt und über Wär­me­tau­scher gelei­tet, wobei die dabei ent­zo­ge­ne Ener­gie auf ein Fern­wär­me­netz über­ta­gen wird. Das abge­kühl­te Ther­mal­was­ser wird über Injek­ti­ons­boh­run­gen wie­der in die­sel­ben Schich­ten zurückgeführt.”

Die Details, aber auch die Hin­der­nis­se und Nach­tei­le bei die­ser Schatz­su­che in der Erde wird uns Dr. Kai Zos­se­der am 16.2. ver­ra­ten – wir haben schon eine lan­ge Fragenliste!

Der Kartoffel-Dialog

Ein Impuls­vor­trag zu einem span­nen­den The­ma oder Pro­jekt und ganz viel Raum für Aus­tausch und Gesprä­che – das ist der Kar­tof­fel­dia­log. Ent­stan­den ist er aus der Initia­ti­ve zwei­er Ver­eins­mit­glie­der. Max und Mazi­ar wünsch­ten sich mehr Aus­tausch mit ande­ren Mit­glie­dern und setz­ten ihre Vor­stel­lun­gen in die Tat um. “Was beschäf­tigt dich? Wo steckst Du gera­de Dei­ne Ener­gie rein? An wel­chen Pro­jek­ten arbei­test du?” Das, so dach­ten sie sich, inter­es­siert bestimmt auch vie­le ande­re.

Die bei­den orga­ni­sie­ren dar­um ein Tref­fen in Prä­senz oder online, an jedem 3. Mitt­woch im Monat, bei dem jemand kurz und kna­ckig über eine aktu­el­le Lei­den­schaft erzählt. Im Anschluss besteht die Gele­gen­heit zu all­ge­mei­nem Aus­tausch und Ken­nen­ler­nen.

Beim ers­ten Kar­tof­fel­dia­log am 20. April 2022 berich­te­ten Mit­glie­der aus den AGs des Kar­tof­fel­kom­bi­nats. Im Mai schloß sich unser frü­he­rer Vor­stand Simon Scholl an, des­sen Lei­den­schaft der Soli­da­ri­schen Land­wirt­schaft gilt.

Mit den The­men Crowd­fun­ding, Kom­bi­nats­bier, einem Besuch beim Mit­mach-Super­markt in Gie­sing, Infos über die Kar­tof­fel­fahrt, Bal­kon­kraft­wer­ken und Solar­spa­zier­gän­gen ging es wei­ter. Im Novem­ber erzähl­te Ralf Ran­del sehr bewe­gend von sei­ner Initia­ti­ve Pla­ta­nen­blatt, die seit 2012 nach den Prin­zi­pi­en der soli­da­ri­schen Land­wirt­schaft auf Les­bos Oli­ven­öl erzeugt. Ja – genau das unbe­schreib­lich köst­li­che Oli­ven­öl, das wir beim Kar­tof­fel­kom­bi­nat bestel­len kön­nen (nicht immer, aber hof­fent­lich immer öfter…)

Mehr zu den bis­he­ri­gen The­men fin­det ihr in der Com­mu­ni­ty des Kar­tof­fel­kom­bi­nats. Wer Lust hat, selbst einen Impuls­vor­trag zu einem Lieb­lings­the­ma zu geben und dar­über anschlie­ßend zu dis­ku­tie­ren, kann sich gern bei Max und Mazi­ar melden.


Für 2023 sind schon fol­gen­de Mitt­wochs-Ter­mi­ne geplant: 25.1., 22.2. und 22.3., am bes­ten gleich vor­mer­ken.

#fairewiesn: Genuss, Gaudi und Nachhaltigkeit

Kar­tof­fel­kom­bi­nat – der Ver­ein e.V. und Kar­tof­fel­kom­bi­nat eG sind Projektpartner*innen der Kam­pa­gne #fairewiesn

Die Wiesn ist das größ­te Volks­fest der Welt. Wir möch­ten unser Augen­merk auf die Kli­ma­fol­gen len­ken, denn das Okto­ber­fest pro­du­ziert in gut zwei Wochen die Emis­sio­nen einer gan­zen Groß­stadt, wie eine Stu­die der TUM in 2019 dar­stellt.1 In die­sem kur­zen Zeit­raum (zwei Wochen) wer­den 10-mal so viel Methan­emis­sio­nen pro­du­ziert wie die nord­ame­ri­ka­ni­sche Groß­stadt Boston.

Das ist nur ein Bei­spiel, wel­che Kli­ma­fol­gen das Okto­ber­fest ver­ur­sacht.
Muss das so blei­ben? Nicht zuletzt hat auch der Stadt­rat beschlos­sen, dass Mün­chen bis 2035 kli­ma­neu­tral sein soll. Die gro­ße Fra­ge lau­tet: Wie kön­nen wir Genuss, Gau­di und Nach­hal­tig­keit in Zukunft zusammenbekommen?

Ers­te Run­de – die Hendlsauerei

Dazu hat­ten wir bereits im Mai 2022 mit 30 Projektpartner*innen mit der Akti­on „Hendl­saue­rei – the Dark Side of the Wiesn“ auf dem Mari­en­platz auf die „wah­ren Kos­ten“ der Wiesn und ande­rer Groß­ver­an­stal­tun­gen in der Stadt auf­merk­sam gemacht und einen For­de­rungs­ka­ta­log an den Stadt­rat wei­ter­ge­reicht. 

Unse­re Forderungen:

  • Es braucht ziel­füh­ren­de Anrei­ze für vege­ta­ri­sche und vega­ne Speisen.
  • Öko­lo­gisch erzeug­te Lebens­mit­tel müs­sen ver­bind­lich und suk­zes­si­ve zum Stan­dard werden.
  • Bei der Aus­wahl der Lie­fer­be­trie­be sind stren­ge­re Kri­te­ri­en anzu­set­zen; denn regio­nal bedeu­tet nicht auto­ma­tisch öko­lo­gisch und nachhaltig.
  • Es braucht höhe­re Nach­hal­tig­keits­stan­dards, die für alle gelten.
  • Fai­re Arbeits­be­din­gun­gen müs­sen vom Acker bis zum Tel­ler ein­ge­hal­ten werden.
  • Die Prei­se für die Wiesnbesucher*innen sind fair zu kalkulieren.
  • Es braucht ein Kon­zept in Form einer Mach­bar­keits­stu­die für die Umsetzung.
  • Die Stadt soll den Auf­bau und die Pfle­ge bio­re­gio­na­ler Wert­schöp­fungs­ket­ten fördern.
  • Es ist ein Run­der Tisch mit den Projektpartner*innen, Entscheider*innen der Stadt und den Ver­an­stal­tern ein­zu­rich­ten, um gefor­der­te Zie­le Schritt für Schritt und prak­ti­ka­bel umzusetzen.

Zwei­te Run­de: #fairewiesn

Unse­re Bemü­hun­gen um eine fai­re Wiesn gehen zusam­men mit den Projektpartner*innen in die nächs­te Run­de! Unter dem Hash­tag #fairewiesn wird wäh­rend des Okto­ber­fests auf Social-Media (Insta­gram, Face­book, Lin­ke­dIn, You­tube) dar­auf­hin­ge­wie­sen, wie eine fai­re Wiesn in der Zukunft aus­se­hen könn­te. Beson­ders beim The­ma Ernäh­rung ist auf der Wiesn noch viel Luft nach oben.

Mach mit:

Zeig, dass auch Du hin­ter einer fai­ren, nach­hal­ti­gen Wiesn stehst und pos­te über Dei­ne Kanä­le mit dem Hash­tag #fairewiesn.
Du hast Ideen für eine nach­hal­ti­ge Wiesn oder Inter­es­san­tes beim Okto­ber­fest­be­such ent­deckt? Dann schick Fotos oder Kom­men­ta­re ger­ne auch an fairewiesn@m‑i-n.net.

Wir wün­schen euch eine tol­le und fried­li­che Wiesn!

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen dazu unter https://www.m‑i-n.net/faire-wiesn/

1https://www.theguardian.com/environment/2019/oct/27/oktoberfest-munich-methane-emissions-environment