Kartoffelakademie
Wie wollen und können wir anders leben? Was macht eigentlich ein gelingendes Leben aus? Wie kann eine Gesellschaft aussehen, die weitestgehend ein solches Leben ermöglicht?
Mit der Kartoffelakademie versuchen wir einen Ort zu schaffen, wo Menschen zusammenkommen, die solche Fragen bewegen.
Einen ausführlichen Text zu unserer Kartoffelakademie findet ihr hier
Schulen & Kinder
Durch Kooperationen mit Schulen und Kindergärten möchten wir unsere Themen rund um Nachhaltigkeit auch schon Kleinkindern und Schülern altersgerecht näherbringen. Im Rahmen einer Kooperation mit einer Montessori-Schule im Nachbarort läuft bereits ein erstes Pilotprojekt. Eine feste Gruppe von 10 Schülern arbeitet immer mittwochs auf der KK-Gärtnerei mit. Sie beackert dabei nicht nur eigene Beet-Projekte, sondern wird auch in die KK-Arbeitsroutinen integriert.

Außerdem stehen in den Sommerferien viele Eltern vor der Herausforderung, eine sinnvolle Beschäftigung und gute Betreuung für die Kids zu finden. In Kooperation mit der Kartoffelkombinat e. G. helfen wir daher, jährlich ein Kinder-Sommercamp zu organisieren. Und das soll erst der Anfang sein. Der Verein möchte Kooperationen dieser Art in den folgenden Jahren noch weiter ausbauen, denn wir wollen die Zukunft mit unseren Kindern gemeinsam gestalten.
Hofführungen, Podiumsdiskussionen, Infostände und Straßenfeste
Irgendwann haben wir selbst den Überblick verloren und aufgehört mitzuzählen. Aber im Prinzip nutzen wir im Kartoffelkombinat von Beginn an jede Gelegenheit, unsere Erfolgsgeschichte und die dabei gemachten Erfahrungen mit Interessierten zu teilen. Ob auf Hofführungen für in- und ausländische Schüler- und Student*innengruppen oder für andere Interessierte, mit eigenem Stand auf Stadtteilfesten, Vorträgen oder auch als Gast auf Podiumsdiskussionen – wir tragen unsere Themen in die Öffentlichkeit: die Internalisierung von Kosten, der Schutz der Böden und der Artenvielfalt, ein solidarisches Miteinander und Wirtschaften, faire Entlohnung…
Dank unseres eigenen genossenschaftlichen Gemüsebaubetriebs kennen wir die Herausforderungen aus erster Hand und spannen den Bogen zu den großen Fragen unserer Zeit. Dabei versuchen wir, im Nachhaltigkeitsdiskurs stets auf die zentrale Bedeutung der Landwirtschaft hinzuweisen. Schließlich geht es hier um unsere Lebensgrundlage.
Seminare und Workshops
Im Kern der Kartoffelkombinat-Idee verschmelzen Prinzipien der ernährungswirtschaftlichen Unternehmensform der Solidarischen Landwirtschaft mit denen der Genossenschaft. Und für die nahe Zukunft sehen wir zudem große Potentiale einer erfolgreichen Übertragung dieser sozialen Innovationen und betriebswirtschaftlichen Besonderheiten auf andere Versorgungsfelder, wie z.B. Lebensmittelveredelung, Handwerk und Dienstleistungen. Es geht dem Kartoffelkombinat-Verein perspektivisch um den Aufbau zukunftsfähiger mikroökonomischer Modelle, die eine alternative, nachhaltige Grundversorgung gewährleisten.
Vor diesem Hintergrund erarbeiten wir uns im Verein sukzessive und auf unterschiedlichen Ebenen neue Seminarangebote und Workshop-Konzepte. Beispielhaft seien hier genannt:
- Internationale Seminargruppen
- Gründungsseminar für SoLaWi-Genossenschaften
- Brot-Workshop
Internationale Seminargruppen
Der Genossenschaftsgedanke ist natürlich auch in Indien oder afrikanischen Ländern kein Unbekannter. Doch die außergewöhnlichen sozialen Innovationen und betriebswirtschaftlichen Besonderheiten der Kartoffelkombinat-Idee (genossenschaftlich organisierte Solidargemeinschaft, Aufbau einer selbstverwalteten Grundversorgung, das Streichen des Handels aus der Wertschöpfungskette, eigene Logistik usw.) wecken mittlerweile auch weit über die Stadtgrenzen Münchens hinaus großes Interesse:
In den letzten Monaten sind neue Kooperationen mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) als Hauptveranstalter sowie ihren Partnern, der German Entrepreneurship GmbH und dem Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV), zustande gekommen. Hierbei leitete der Kartoffelkombinat-Verein bislang zwei Seminare für eine indische und eine afrikanische Delegation. Die Seminare beinhalteten Vorträge zum KK-Modell sowie Frage‑, Diskussions- und Reflektionsrunden dazu mit jeweils ca. 25 Teilnehmer*innen im GIZ Bildungszentrum in Feldafing. Anschließend machten wir für die Seminargruppen eine Führung über den KK-Gemüsebaubetrieb. Das Feedback von den Teilnehmer*innen und den Kooperationspartnern fiel beide Male überaus positiv aus. Dies belegen auch das bereits bekundete Interesse der GIZ an weiteren Seminaren des KK-Vereins und erste Kooperationsanfragen von Seiten der Teilnehmer. Wir beginnen also bereits ganz langsam damit, die KK-Idee auch international zu verbreiten.

Gründungsseminar für SoLaWi-Genossenschaften
Durch die demokratischen Strukturen und die konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Mitglieder (Förderprinzip) passt die Rechtsform der Genossenschaft sehr zur Idee der Solidarischen Landwirtschaft. Die Scheu, tatsächlich eine Genossenschaft zu gründen, ist aber oftmals sehr groß. Das liegt nicht zuletzt daran, dass praktisches Wissen über Neugründungen in diesem Bereich sowie die einzelnen Schritte, von der Konzeptentwicklung bis zur Eintragung einer Genossenschaft, wenig verbreitet ist. In unserem Gründungsseminar „Solidarische Landwirtschaft genossenschaftlich organisieren – eingetragene Genossenschaften erfolgreich gründen“ werden die wichtigsten Anforderungen mit vielen Gründungshilfen und ‑werkzeugen vermittelt. Das Seminar fand in Kooperation mit dem Genossenschaftsexperten Burghard Flieger erstmals im November 2019 statt. Es war sehr schnell ausgebucht und nach dem Feedback der Teilnehmer*innen zu schließen und ein voller Erfolg. Weitere Gründungsseminare im Jahr 2020 sind deshalb geplant.
Brot-Workshop
Im August 2018 fand in München in Kooperation mit dem Unternehmensberater Christoph Spahn und der Masterstudentin Sophie Löbbering die erste Zukunftswerkstatt zum Thema „Community-Supported Bakery“ (CSB) statt. Geladen waren zahlreiche interessierte Bäckereien, aber auch aktive KK-Mitglieder und Verbraucher, die der Frage nachgingen, wie die Prinzipien rund um CSB für Bäckereien in die Praxis umgesetzt werden könnte.

Saisonende in unserem Hellabrunner Bauerngarten
Mit Waldmeisterduft in die Winterruhe …

Halloween, orangeleuchtende Kürbiszeit eigentlich. Unsere Hellabrunner Butternuts aber, die erfordern, wie Ihr im Bild rechts seht, eine sehr spezielle Schnitz-Pick-Kunst, die nur die frei umherfliegenden & ‑spazierenden Tierpark-Pfauen beherrschen. Sie gehören, seit unser Bauerngarten seine Pforte im „Mühlendorf“ der Zoo-Geozone Europa des Tierparks am 27. Juli 2018 zum ersten Mal öffnete, (nicht ganz zur ungeteilten Freude des Kartoffelkombinat‑e.V.-Gartenteams) mit zu den treuesten Gartenbesuchern. Lieblingskost: Mangold, Kürbis, Kohl und Brokkoliherzen.
Überhaupt, das Jahr 2020 hat(te) es in sich …

Dabei begann es, wie ein Gartenjahr beginnen sollte: Teammitglied Ulrich Martin erarbeitete einen Leitfaden für alle Artenschutzbotschafter*innen, im Februar stand die von Maria ins Bild gesetzte Planung für die Beetbepflanzung und das Team legte los: Nach den Erfahrungen aus der Saison 2019 realisierte die Garten-Crew zahlreiche gartentechnische Verbesserungen: Die Tomaten erhielten endlich ihren gewünschten Unterstand, das Gewächshaus seinen kühlenden Schutzanstrich. Als Abwehrmaßnahmen gegen ungewollte Mitgartengenießer wurden scharfe Schneckenzäune installiert und Pflanztunnel angeschafft (auch um die Pfauen daran zu hindern, in der Gründüngung ihre Privatlounge anzulegen …). Dazu kam musikalische Experimentierfreude: Wind, der über Flaschenöffnungen streift – dieses Tonkonzert lässt dem Vernehmen nach noch die hartnäckigste Wühlmäus die Flucht ergreifen. Und so wurden so manche geleerte Flasche im Garten verbuddelt und regelmäßig von Regenwasser entleert.

Auch an tierischen Mithelfern fehlte es nicht: Die freilaufenden Augsburger Hühner des Tierparks pickten fleißig Schneckeneier und ‑larven aus den Beeten (mussten etwas später allerdings selbst daran gehindert werden, unser sorgsam ausgebrachtes Saatgut aufzufuttern …). Selbstlos dagegen die benachbarten Murnau-Werdenfelser, mit deren Mist wir unseren Kompost anreichern (O‑Ton Gartenteam: „Eine etwas stinkende, aber auch lustige Arbeit!“): Bokashi-unterstützt ergab der 2019er Kompost 2020 eine sehr feine, hochwertige Erde. Humusaufbau statt Bodendegradation!

Alles war zum Saisonstart bereit, die Gartenpforte für Zoobesucher*innen (2 Millionen jährlich) stand sozusagen schon offen – da kam Corona. Lockdown, Tierpark geschlossen. Und geschlossen blieb die Gartenpforte vorsichtshalber die gesamte Saison. Dafür gab es inspirierte Gespräche über den Gartenzaun hinweg, auf diese Weise immer mit der gebührenden Löwinnenlänge Abstand.
Trotz dieser Einschränkungen waren die Reaktionen der Besuchenden auf unser Bauerngartenprojekt wieder durchweg positiv. Die interessierten Zaungäste ließen sich das dieses Jahr weiter an Mikroklima und Standortbedingungen angepasste Konzept des Gartens erklären, die Prinzipien von Fruchtwechsel/Fruchtfolge, Schwach‑, Mittel‑, Starkzehrer-Kombinationen und warum diese nach den Erfahrungen von 2018/2019 nicht lupenrein durchgeführt wird, die Vorteile von Gründüngung.
Ansteckend die große Lernlust vom Kita- und Kindergarten- bis zum Schulkind. Viele bestaunten, wie ein Kohlrabi live aussieht und wächst, bestaunten die für Bienen und Hummel anbaute Katzenminze und Pfefferminze außerhalb von Teebeuteln! Der große Unbekannte bei den Erwachsenen: Mangold. Gemüse-Highlight auch dieses Jahr: die Tomaten. Und als Mitnehmsel sehr begehrt: die Samen von Blühpflanzen wie Mexikanischer Sonnenblume, Bechermalve und Stockrose.
Viele verbinden den Bauerngarten mit einer Erfahrung des Vergangenen: „Schau mal, wie bei Oma früher“. Ein guter Anknüpfungspunkt zu Aktualität und Brisanz der in unserem Garten verhandelten Thema: Schutz unserer Lebensgrundlagen, Bewahrung der Artenvielfalt (warum wimmelt es hier denn überall von Insekten?), alter Kulturpflanzen, samenfeste Sorten, Vorteile des ökologischen Anbaus (das geht ohne Pestizide und Kunstdünger?), enkeltaugliche Ernährung (regional, saisonal, fleischarm), Vermeidung von Abfall und Lebensmittelverschwendung (Kapuzinerkresseblüten und Kohlrabiblätter sind essbar?), Komplexität der biologischen Systeme, Respekt vor dem Wirken der Naturkräfte (abnehmende Wuchsstärke im Karotten-Spinat-Beet an der Nordseite entsprechend dem Lichteinfall trotz aller menschlicher Ausgleichsaktivität), Antworten auf die Klimakrise, Ressourcenschutz und Kreislaufwirtschaft.
Alles mit allen Sinnen erfahrbar und anschaulich gemacht am „lebenden“ Objekt Bauerngarten:

Und so beschließe ich das Saisonende mit dem Fazit von 3 Bauerngarten-Zaungästen am regnerischen 17. Oktober 2020: „Schönes Projekt!“
Und einem ganz herzlichen Dankeschön an unser unermüdlich engagiertes Gartenteam: Caroline, Dominik, Herlinde, Inès, Maria und Ulrich Martin – und an Christine, ohne deren sommerlichen Gießeinsatz sich unsere Gartenoase in eine Wüstenlandschaft verwandelt hätte!
Inga
PS: Dass der Waldmeister den Schatten liebt und getrocknet so schön duftet – das weiß ich nun dank Herlinde! Und seither steht hier ein Schälchen mit seinen Blättern bereit, für eine Nase voll Wohlgeruch beim Vorübergehen …
Mach mit bei der Aktion »Hendlsauerei – the Dark Side of the Wiesn«!

Kartoffelkombinat – der Verein e.V. und Kartoffelkombinat eG sind Projektpartner*innen der Aktion »Hendlsauerei – the Dark Side of the Wiesn«
Für die Aktion werden vom 02.05. bis 06.05.2022 helfende Hände im Bereich Transport, Auf- und Abbau, aber vor allem auch Standbetreuung gesucht!
Worum geht’s?
Mit der Aktion »Hendlsauerei – the Dark Side of the Wiesn« auf dem Marienplatz vom 03.05. bis 05.05.22 macht die Münchner Initiative Nachhaltigkeit (MIN) gemeinsam mit Partner*innen auf die wahren Kosten der Wiesn und anderer Großveranstaltungen aufmerksam – und gibt den Anstoß für nachhaltige Veränderungen.
2019 wurden auf der Wiesn 510.000 Brathendl verspeist. Die meisten kommen aus industrieller Intensivtierhaltung. Bei der Produktion wurden außerdem unglaubliche 2.350.000.000 Liter Wasser verbraucht und durch präventiv eingesetzte Antibiotika in der Massentierhaltung entwickeln sich antibiotikaresistente Bakterien – eine Gefahr für unsere Nutztiere und uns Menschen. Weitere ökologische und soziale Versäumnisse der Wiesn sind hier zusammengefasst: “Hendlsauerei – the Dark Side of the Wiesn”

(Groß-)Veranstaltungen sollen weiterhin Feste der Lebensfreude, der Gastfreundschaft und des Genusses bleiben. Doch das Privileg, solche Feierlichkeiten ausrichten zu können, bringt eine Verantwortung mit sich, der sich München stellen muss. Denn beides im Einklang ist möglich: Genuss und Gaudi zum Wohle aller! – das muss die Zukunft des größten Volksfest der Welt sein.
Wie läuft es ab?
Auf dem Marienplatz erwartet Dich und die Besucher*innen eine Kunstinstallation rund um die negativen Folgen unseres Hendlkonsums. Neben der Installation findet außerdem eine politische Aktion statt: Im Rahmen eines Frühschoppens, zu dem der Stadtrat, die Bürgermeister*innen und relevante Referate eingeladen werden. Dabei übergibt das Bündnis die Forderung an die Stadtpolitik.
Was ist zu tun?
Hilfe wird vor allem im Bereich Standbetreuung benötigt, wobei Du z. B. mit Passant*innen in Kontakt trittst. Außerdem werden Helfer*innen für den Auf- und Abbau sowohl des Standes als auch der Kunstinstallation gesucht sowie Menschen die beim Transport unterstützen.
Wie melde ich mich an?
Hast Du Interesse die Durchführung dieser Aktion zu unterstützen? Dann trage Dich direkt in die Schichtplanung der Aktion »Hendlsauerei« ein oder wende Dich bei Fragen an hendlsauerei@m‑i-n.net.
#fairewiesn: Genuss, Gaudi und Nachhaltigkeit

Die Wiesn ist das größte Volksfest der Welt. Wir möchten unser Augenmerk auf die Klimafolgen lenken, denn das Oktoberfest produziert in gut zwei Wochen die Emissionen einer ganzen Großstadt, wie eine Studie der TUM in 2019 darstellt.1 In diesem kurzen Zeitraum (zwei Wochen) werden 10-mal so viel Methanemissionen produziert wie die nordamerikanische Großstadt Boston.
Das ist nur ein Beispiel, welche Klimafolgen das Oktoberfest verursacht.
Muss das so bleiben? Nicht zuletzt hat auch der Stadtrat beschlossen, dass München bis 2035 klimaneutral sein soll. Die große Frage lautet: Wie können wir Genuss, Gaudi und Nachhaltigkeit in Zukunft zusammenbekommen?
Erste Runde – die Hendlsauerei
Dazu hatten wir bereits im Mai 2022 mit 30 Projektpartner*innen mit der Aktion „Hendlsauerei – the Dark Side of the Wiesn“ auf dem Marienplatz auf die „wahren Kosten“ der Wiesn und anderer Großveranstaltungen in der Stadt aufmerksam gemacht und einen Forderungskatalog an den Stadtrat weitergereicht.
Unsere Forderungen:
- Es braucht zielführende Anreize für vegetarische und vegane Speisen.
- Ökologisch erzeugte Lebensmittel müssen verbindlich und sukzessive zum Standard werden.
- Bei der Auswahl der Lieferbetriebe sind strengere Kriterien anzusetzen; denn regional bedeutet nicht automatisch ökologisch und nachhaltig.
- Es braucht höhere Nachhaltigkeitsstandards, die für alle gelten.
- Faire Arbeitsbedingungen müssen vom Acker bis zum Teller eingehalten werden.
- Die Preise für die Wiesnbesucher*innen sind fair zu kalkulieren.
- Es braucht ein Konzept in Form einer Machbarkeitsstudie für die Umsetzung.
- Die Stadt soll den Aufbau und die Pflege bioregionaler Wertschöpfungsketten fördern.
- Es ist ein Runder Tisch mit den Projektpartner*innen, Entscheider*innen der Stadt und den Veranstaltern einzurichten, um geforderte Ziele Schritt für Schritt und praktikabel umzusetzen.
Zweite Runde: #fairewiesn
Unsere Bemühungen um eine faire Wiesn gehen zusammen mit den Projektpartner*innen in die nächste Runde! Unter dem Hashtag #fairewiesn wird während des Oktoberfests auf Social-Media (Instagram, Facebook, LinkedIn, Youtube) daraufhingewiesen, wie eine faire Wiesn in der Zukunft aussehen könnte. Besonders beim Thema Ernährung ist auf der Wiesn noch viel Luft nach oben.
Mach mit:
Zeig, dass auch Du hinter einer fairen, nachhaltigen Wiesn stehst und poste über Deine Kanäle mit dem Hashtag #fairewiesn.
Du hast Ideen für eine nachhaltige Wiesn oder Interessantes beim Oktoberfestbesuch entdeckt? Dann schick Fotos oder Kommentare gerne auch an fairewiesn@m‑i-n.net.
Wir wünschen euch eine tolle und friedliche Wiesn!
Weitere Informationen dazu unter https://www.m‑i-n.net/faire-wiesn/
1https://www.theguardian.com/environment/2019/oct/27/oktoberfest-munich-methane-emissions-environment
Der Kartoffel-Dialog
Ein Impulsvortrag zu einem spannenden Thema oder Projekt und ganz viel Raum für Austausch und Gespräche – das ist der Kartoffeldialog. Entstanden ist er aus der Initiative zweier Vereinsmitglieder. Max und Maziar wünschten sich mehr Austausch mit anderen Mitgliedern und setzten ihre Vorstellungen in die Tat um. “Was beschäftigt dich? Wo steckst Du gerade Deine Energie rein? An welchen Projekten arbeitest du?” Das, so dachten sie sich, interessiert bestimmt auch viele andere.
Die beiden organisieren darum ein Treffen in Präsenz oder online, an jedem 3. Mittwoch im Monat, bei dem jemand kurz und knackig über eine aktuelle Leidenschaft erzählt. Im Anschluss besteht die Gelegenheit zu allgemeinem Austausch und Kennenlernen.
Beim ersten Kartoffeldialog am 20. April 2022 berichteten Mitglieder aus den AGs des Kartoffelkombinats. Im Mai schloß sich unser früherer Vorstand Simon Scholl an, dessen Leidenschaft der Solidarischen Landwirtschaft gilt.
Mit den Themen Crowdfunding, Kombinatsbier, einem Besuch beim Mitmach-Supermarkt in Giesing, Infos über die Kartoffelfahrt, Balkonkraftwerken und Solarspaziergängen ging es weiter. Im November erzählte Ralf Randel sehr bewegend von seiner Initiative Platanenblatt, die seit 2012 nach den Prinzipien der solidarischen Landwirtschaft auf Lesbos Olivenöl erzeugt. Ja – genau das unbeschreiblich köstliche Olivenöl, das wir beim Kartoffelkombinat bestellen können (nicht immer, aber hoffentlich immer öfter…)
Mehr zu den bisherigen Themen findet ihr in der Community des Kartoffelkombinats. Wer Lust hat, selbst einen Impulsvortrag zu einem Lieblingsthema zu geben und darüber anschließend zu diskutieren, kann sich gern bei Max und Maziar melden.
Für 2023 sind schon folgende Mittwochs-Termine geplant: 25.1., 22.2. und 22.3., am besten gleich vormerken.
Geothermie als Zukunftsenergie

Neuer Termin: Kartoffelakademie am 26.4.2023 mit Dr. Kai Zosseder, Hydrogeologe an der TU München.
Wann: 26.4.2023 19h
Wo: Kartoffelkombinat / anstiftung, Daiserstr. 15 Rgb.
Anmeldung unter Geothermie-Abend 26.4.
Der wegen Krankheit abgesagte Februar-Termin wird am 26.4.2023 nachgeholt!Zwei bis drei Kilometer muss man schon in die Erde graben: So tief liegen wasserführende Schichten, die vom Erdinneren aufgeheizt werden. Dieses heiße Wasser kann man zum Heizen nutzen. Man muss es dazu an die Erdoberfläche bringen, ein aufwändiger Prozess, doch in der Bundesrepublik könnten wir damit unseren gesamten Wärmebedarf decken. Weltweit würde die Geothermie dafür rein rechnerisch 100.000 Jahre reichen. Aber nur ein kleiner Teil der Erdwärme ist technisch nutzbar, und bisher weiß niemand so genau, wie sich eine Massennutzung auf die Erdkruste auswirken würde.
Jedenfalls ist die regenerative Energiequelle zum Heizen, zum Kühlen, zur Erzeugung von elektrischem Strom oder in der Kraft-Wärme-Kopplung einsetzbar. Sie wird seit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2012 deutlich höher gefördert als vorher. Dadurch können auch mehr Privathaushalte in den Genuss der Erdwärme kommen. Doch hier gibt es zahlreiche Hindernisse und noch einigen Klärungsbedarf.
Die Weichen sind allerdings gestellt – in Richtung Zukunft. “Wärmewende” ist nur eins der Stichworte, unter denen man hier fündig wird und die bundesweit zahlreiche Akteure aufweisen.

Geothermiekraftwerk Freiham. Quelle: Stadtwerke München
Auch die Stadt München hat seit 2004 schon eine Reihe Geothermiekraftwerke in und um München errichtet: in Riem, Sendling, Freiham, demnächst am Michaelibad, und auch in Sauerlach, Unterschleißheim, Unterföhring, Pullach, Grünwald, etc.
Dazu die Stadtwerke München auf www.swm.de:
“Die geologischen Voraussetzungen für die Nutzung der Geothermie sind in München und der Region ausgezeichnet. Tief unter der Stadt befindet sich ein riesiger Vorrat heißen Thermalwassers. Daraus können wir umweltfreundlich Wärme gewinnen – und südlich von München, wo die Temperaturen noch höher sind, sogar noch zusätzlich Strom.
Über Bohrungen wird das heiße Wasser an die Oberfläche gepumpt und über Wärmetauscher geleitet, wobei die dabei entzogene Energie auf ein Fernwärmenetz übertragen wird. Das abgekühlte Thermalwasser wird über Injektionsbohrungen wieder in dieselben Schichten zurückgeführt.”
Die Details, aber auch die Hindernisse und Nachteile bei dieser Schatzsuche in der Erde wird uns Dr. Kai Zosseder verraten – wir haben schon eine lange Fragenliste!
Was wir Menschen so fallen lassen…
Abfall erkunden und Mülltierchen bauen! Kleinmüllsammeln mit Spaß und umweltpädagogischer Begleitung am 22.04.2023, 15 – 17 Uhr

Gemeinsam fischen wir Kleinmüll aus der Grünanlage Baierbrunner Straße und verwandeln ihn in etwas Schönes. Was übrig bleibt, wandert als Wertstoff in den Recyclingkreislauf.
Wir wiegen und/oder zählen und dokumentieren unsere Müllernte – wie groß sie wohl sein wird? Und was passiert mit unserem Abfall, nachdem wir ihn fallen gelassen haben? Hat er Auswirkungen auf uns und unsere Tiere, Pflanzen, Böden? Das erkunden wir gemeinsam mit Veronika Westermeier, erfahrene LVB-Naturkindergruppenleiterin und Umweltbildungsreferentin mit einem Faible für die wilden Ecken unserer Großstadt.
Eine Veranstaltung aus unserer Projektreihe „Auf den Teppich gekehrt!“ im Rahmen der Themenwoche WALD im Stadtbezirk 19: Hier der Flyer.
Was? Kleinmüllsammeln mit Spaß und umweltpädagogischer Begleitung
Wann? Samstag, 22. April 2023, 15 bis 17 Uhr
Wo? Grünanlage Baierbrunner Straße; Treffpunkt: Bahnunterführung beim S‑Bahnhof Siemenswerke
Wer kann mitmachen? Familien mit Kindern, Erwachsene, Jugendliche (Teilnehmerzahl: 16)
Veranstalter Kartoffelkombinat – der Verein e. V.
Umweltpädagogische Begleitung Veronika Westermeier
Bitte mitbringen, falls vorhanden Handschuhe, Müllgreifer oder ausrangierte Grillzange, Eimer/(Joghurt-)Eimerchen
Die Teilnahme ist kostenfrei. Hier geht es zur Anmeldung.
Ansprechpartnerin bei Fragen: Inga Meincke



