Konzernfreie IT

Die Digi­ta­li­sie­rung all unse­rer Lebens­be­rei­che wird mas­siv poli­tisch, öko­no­misch und medi­al vor­an­ge­trie­ben. Gleich­zei­tig kon­zen­trie­ren sich die dar­aus ent­ste­hen­de Flut an Daten – pro­pa­giert als „wert­volls­ter Roh­stoff“ des 21. Jahr­hun­derts – über jeden ein­zel­nen Aspekts unse­res Lebens in den Hän­den immer grö­ßer wer­den­der IT-Kon­zer­ne im Sili­con Val­ley. Und die­se Hand­voll Kon­zer­ne nut­zen und per­fek­tio­nie­ren die Daten­nut­zung mit­hil­fe von Künst­li­cher Intel­li­genz im Sin­ne ihrer Grund­lo­gik – aus Geld mehr Geld zu machen, damit aus Macht mehr Macht zu machen und damit aus Kon­trol­le über die Men­schen bzw. “glä­ser­nen Kon­su­men­ten” mehr Kon­trol­le zu machen. Auch ange­sichts des welt­wei­ten (Wieder-)Aufkommens auto­ri­tä­rer poli­ti­scher Bewe­gun­gen, ist die­se fort­wäh­ren­de Kon­zen­tra­ti­on von Daten besorg­nis­er­re­gend. Denn was pas­siert in einer nicht so unwahr­schein­li­chen Zukunft, wenn auto­ri­tä­re Staa­ten die­se Kon­zer­ne dazu zwin­gen, ihre akku­mu­lier­te Fül­le an Daten mit ihnen zu tei­len, um den Weg für all­ge­gen­wär­ti­ge staat­li­che Über­wa­chung und Kon­trol­le der Bürger*innen frei zu machen? His­to­risch betrach­tet waren Staa­ten und Kon­zer­ne bzw. poli­ti­sche und öko­no­mi­sche Macht schon immer eng mit­ein­an­der ver­bun­den. All das wirft Fra­gen und Her­aus­for­de­run­gen auf, die wir heu­te nur ansatz­wei­se erah­nen können.

Der Ver­ein ver­sucht hier einen ers­ten Schritt zu machen, indem er eine kon­zern­freie IT-Infra­struk­tur för­dern und für immer mehr Men­schen ver­füg­bar machen will. Denn Open Source Soft­ware gibt es ja, sie muss nur genutzt wer­den. So set­zen wir bei­spiels­wei­se beim KK-Forum und bei unse­rer Mit­glie­der­ver­wal­tung kon­se­quent auf Open-Source Soft­ware, und nut­zen die­se ganz KK-kon­form kon­zern­frei.
Bei unse­rem Sola­wi-Netz­werktref­fen ent­stand die Visi­on, ein Open Source Soft­ware-Paket zu schnü­ren, um ande­ren soli­da­risch land­wirt­schaf­ten­den Orga­ni­sa­tio­nen Werk­zeu­ge für Ihre Arbeit an die Hand geben zu können. 

Zudem wol­len wir Ver­an­stal­tun­gen durch­füh­ren, um den Zugang zu und die Vor­tei­le von Open-Source-Soft­ware einer brei­te­ren Öffent­lich­keit zugäng­lich zu machen, z.B. im Rah­men unse­rer Kar­tof­fel­ka­de­mie oder als Workshop.

Open Source Soft­ware ist manch­mal anders, manch­mal bes­ser und manch­mal schlech­ter als die eta­blier­ten Kon­zern-Soft­wares. Aber ange­sichts der oben beschrie­be­nen Ent­wick­lun­gen soll­ten wir uns zwei­mal über­le­gen, ob weni­ger Bequem­lich­keit und Nut­zungs­mög­lich­kei­ten nicht doch ein annehm­ba­rer Preis ist. 

Kartoffelkino

Bewe­gen­de Fil­me rund ums The­ma Nach­hal­tig­keit errei­chen Men­schen, ver­mit­teln Wis­sen und inspi­rie­ren zum Han­deln. Ob als Groß­ver­an­stal­tung vor bis zu 1200 Open-Air-Kino­be­su­chern auf der See­büh­ne im Münch­ner West­park (geför­dert im Rah­men von N3) oder im klei­ne­ren Kreis auf der genos­sen­schaft­li­chen Gärt­ne­rei: Der KK-Ver­ein orga­ni­siert regel­mä­ßig Film­vor­füh­run­gen, die einen neu­en Blick­win­kel auf die Gescheh­nis­se unse­res Pla­ne­ten eröff­nen und das alles im gemüt­li­chen Beisammensein.

Konferenz „Great Transformation“

Kon­fe­renz „Gre­at Trans­for­ma­ti­on: Die Zukunft moder­ner Gesellschaften“

Ein So-wei­ter-wie-bis­her ist kei­ne Opti­on. Die­se Ein­sicht tei­len immer mehr Men­schen, auch die gesell­schaft­li­chen Eli­ten. Zuneh­men­de glo­ba­le poli­ti­sche Ver­wer­fun­gen, sozia­le Ungleich­hei­ten sowie öko­lo­gi­sche Kri­sen, men­ta­le Erkran­kun­gen als Mas­sen­phä­no­men oder die „krea­ti­ve Zer­stö­rung“ durch die Digi­ta­li­sie­rung – alles deu­tet dar­auf hin, dass moder­ne Gesell­schaf­ten in den Anfän­gen eines tief­grei­fen­den Wan­dels begrif­fen sind. Wo aber geht die Rei­se moder­ner Gesell­schaft­li­chen hin? Die­ser Fra­ge wid­met sich die inter­na­tio­na­le Kon­fe­renz „Gre­at Trans­for­ma­ti­on: Die Zukunft moder­ner Gesell­schaf­ten“ in Jena, 23. bis 27. Sep­tem­ber 2019. Die Ver­an­stal­tung ist in ers­ter Linie wis­sen­schaft­lich aus­ge­rich­tet, lädt aber auch Akteu­re aus der Pra­xis ein, sich einzubringen. 

Der Kar­tof­fel­kom­bi­nat-Ver­ein nimmt an die­ser gro­ßen Ver­an­stal­tung teil, um einen noch bes­se­ren Über­blick über aktu­el­le For­schungs­trends im Bereich sozi­al-öko­lo­gi­sche Trans­for­ma­ti­on zu bekom­men, eige­ne (prak­ti­sche) Erfah­run­gen zu tei­len oder auch mit ande­ren in der Sze­ne kon­tro­vers zu dis­ku­tie­ren und sich zu ver­net­zen. Zudem bringt sich der Ver­ein pro­ak­tiv mit einer eige­nen Ver­an­stal­tung zur Fra­ge ein, wie gesell­schaft­li­cher Wan­del für spät­mo­der­ne Men­schen zugäng­lich, erstre­bens­wert und (er-)lebbar gestal­tet wer­den kann.

Hier ist unser Erfah­rungs­be­richt zur Kon­fe­renz.

Link: https://www.great-transformation.uni-jena.de/